Die asymmetrische Interdependenz von Lastenteilung in der NATO
Die hier vorgelegte interdependenztheoretisch angeleitete Analyse von Lastenteilung
in der North Atlantic Treaty Organization (NATO) zeigt, in welch hohem Maß
die jüngeren politischen Debatten in der Allianz mit der Verengung auf das Zwei
bzw. Fünf-Prozent Ziel die bisherigen Parameter verschieben. Effizienz von Sicherheitskooperation
und Verteidigungsfähigkeit räumen ihre vorrangige Stellung dem
Ziel der Verteilungsgerechtigkeit. Allgemeine Reziprozität wird von spezifischer Reziprozität
verdrängt. Die spezifischen Merkmale von Mitgliedstaaten der heterogen
zusammengesetzten NATO werden zugunsten der Vereinheitlichung ausgeblendet.
Es steht zu erwarten, dass der Zusammenhalt der NATO darunter leiden wird.
Dieser Aufsatz ist Teil des Symposiums zum Gedenken an Prof. Dr. Helga Haftendorn in der Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 2, 2025, S. 94-116. doi: 10.5771/0946-7165-2025-2-94